Online-Formular
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Fassaden-Photovoltaik (englisch: BIPV — Building Integrated Photovoltaics) bezeichnet Solarmodule, die als integraler Bestandteil der Gebäudehülle eingesetzt werden — nicht nur aufgesetzt, sondern statt herkömmlicher Materialien. Die Module ersetzen Fassadenplatten, Brüstungen oder Balkonverkleidungen und produzieren gleichzeitig Strom. Auch wenn die Sonneneinstrahlung auf senkrechten Flächen geringer ist als auf Dächern, gibt es entscheidende Vorteile — vor allem in Schweizer Stadtklimaten und im Winter.
BIPV ist besonders interessant, wenn:
Eine südorientierte vertikale Fassadenanlage erreicht im Dezember bis zu 2-mal mehr Ertrag pro Tag als eine vergleichbare 30°-Dachanlage. Grund: bei niedrigem Sonnenstand trifft das Licht senkrechter Module fast frontal — bei einem flachen Dach streifend. Im Sommer ist der Vergleich umgekehrt: Dach gewinnt deutlich. Aufs Jahr verteilt produziert eine südliche Fassaden-PV typischerweise 60–70 % der Energie einer optimal geneigten Dachanlage — bei 100 % höherer Winterproduktion.
BIPV ist in der Schweiz bereits in mehreren Vorzeigeprojekten realisiert:
BIPV ist teurer als Standard-PV: typisch CHF 1'800–3'500 / kWp gegenüber CHF 1'100–1'400 / kWp bei Standard-Aufdach-PV. Die Mehrkosten amortisieren sich aber teilweise dadurch, dass Sie keine separate Fassadenverkleidung mehr kaufen müssen — bei einem Neubau oder einer Sanierung kann BIPV sogar günstiger sein als eine Premium-Fassade plus separate Dach-PV. Eine HSLU-Studie von 2023 zeigt: Bei Neubauten mit hochwertiger Architektur ist BIPV ab einer Modulfläche von 50 m² wirtschaftlich konkurrenzfähig.
Die Schweizer KLEIV gilt auch für Fassadenanlagen. Einige Kantone (BE, BS, GE) haben zusätzliche Förderprogramme speziell für BIPV mit Zuschlägen von CHF 200–400 / kWp. Bewilligungstechnisch gelten in Schutzzonen (Dorfkernen, Altstädten) oft strengere Auflagen — moderne BIPV-Module in matter Anthrazit-Optik oder Holzimitat sind aber selbst hier bewilligungsfähig.
BIPV lohnt sich nicht für jedes EFH, ist aber eine ernsthafte Option für: Neubauten mit Architektur-Anspruch, Sanierungsprojekte mit gleichzeitiger Fassaden-Erneuerung, Mehrfamilienhäuser in urbanen Lagen, sowie Bauten in Höhenlagen, wo Winterstrom-Ertrag besonders wertvoll ist. Vor der Entscheidung lohnt sich eine Variantenrechnung mit einem erfahrenen Installateur.